Wald & Klima

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Warum werden Aufforstungsprojekte benötigt?

Eine der größten Herausforderungen unserer Zeit stellt die Klimakrise dar. Bedeutender Bestandteil, um den Klimawandel einzudämmen, ist der Umgang mit dem Treibhausgas Kohlenstoffdioxid (CO2), dessen Emission in die Atmosphäre die globale Erderwärmung verstärkt. Die Auswirkungen der seit der industriellen Revolution stetig ansteigenden CO2-Konzentration sind folglich deutlich sichtbar. So hat sich die Erde seit dem 19. Jahrhunderts bereits um etwa ein Grad erwärmt, der Meeresspiegel steigt stetig, Unwetterereignisse nehmen zu und Lebensräume werden zunehmend zerstört.

 

Es gilt nun aktiv zu handeln, um dieser Entwicklung entgegenzusteuern und bewusst der Atmosphäre CO2 zu entziehen. Hier kommen die sogenannten "Kohlenstoffsenken" in Betracht, natürliche Reservoirs, die Kohlenstoffdioxid aus der Luft aufnehmen und speichern. Diese können mithilfe globaler Aufforstungsprojekte langfristig geschaffen werden.

Hierbei ist es wichtig zu beachten, dass ein Wald nur dann als funktionsfähige Kohlenstoffsenke fungieren kann, wenn die Bäume durch Höhenwachstum noch biologische Vorteile genießen, der Wald also noch kein ausgewachsener Urwald ist.

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CO2-Bindung als strategisches Unternehmensziel

Ein Unternehmen kann sich aus verschiedenen Gründen bewusst für die Unterstützung lokaler Aufforstungsprojekten entscheiden. Dahinter steht, neben der Bindung von CO2, die nachhaltige Förderung regionaler Projekte, die nicht nur Emissionen reduzieren, sondern auch die Artenvielfalt/Biodiversität schützen und den deutschen Wald unterstützen. Zudem ermöglicht ein lokales Kompensationsprojekt uneingeschränkte Transparenz und unmittelbare Handlungsmöglichkeiten. 

Derzeit werden keine reguläre CO2-Zertifikate * für Aufforstungsprojekte in der EU vergeben. Es kommt also darauf an, was das am Klimaschutz interessierte Unternehmen erreichen möchte: 

 

  • Benötigt es Zertifikate für eine ausgewiesene CO2-Kompensation des Unternehmens? 

  • Oder besteht ein originär Klima-verbesserndes Interesse - unabhängig von regulierten CO2-Zertifikaten - an der Bindung von CO2 mit dem Ziel des Klimaschutzes als strategisches Unternehmensziel?

Dauerhafte CO2-Bindung oder kurzfristiger Ablasshandel?

CO2-Zertifikate im regulierten Markt lassen sich beispielsweise für Mangroven-Pflanzungen in der Übersee erwerben, da die dortigen Regierungen aus einschlägigen Gründen Zertifikate austeilen. Auch Mangroven können in ihrer Wachstumsphase CO2 binden; und für die Atmosphäre ist es tatsächlich nicht relevant, an welcher Stelle auf dem Globus CO2 gebunden wird. 

 

Dennoch gibt es einen erheblichen Unterschied in der nachhaltigen Wirksamkeit der CO2-Bindung:

 

  • Mangroven binden lediglich in der Wachstumsphase CO2. Sobald sie ihren Lebenszyklus beendet haben, können Sie nicht weiter zur CO2-Bindung genutzt werden. In dem Moment, da der Verrottungsprozess beginnt, wird das in den Mangroven gebundene CO2 wieder freigesetzt und an die Atmosphäre abgegeben

  • Anders verhält es sich bei Wäldern: das CO2, welches in Bäumen insbesondere während der Wachstumsphase gebunden wird, bleibt darin gebunden, auch nach der Fällung der Bäume, sofern das Holz nicht als ‚Urwald‘ verrottet, sondern weiterverarbeitet wird. Das CO2 wird also im Holz in einer festen Form dauerhaft gebunden und somit der Atmosphäre entzogen.

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Die Aufforstung des deutschen Waldes bei bestehenden und zusätzlichen Flächen

Dass in der EU seit Glasgow und Kyoto regulierte Zertifikate nicht ausgegeben werden, wird mit der sogenannten „Doppelzählung“ begründet: in der EU sind sämtliche Wald- und Forstflächen und die damit einhergehende CO2-Absorption in dieser Zählung bereits einmalig erfasst worden. Gesetzlich ist daher festgelegt worden, dass die Aushändigung von CO2-Zertifikaten eine Doppelzählung wäre und daher ist die Vergabe dieser CO2-Zertifikate bis auf weiteres eingestellt worden.

 

Anders verhält es sich bei Flächen, die bislang noch nicht als Waldflächen erfasst worden sind. Dazu gehören zum Beispiel Truppenübungsplätze, stillgelegte Flughäfen, Weideland oder vergleichbare Flächen.  Hier gilt in der Logik des Gesetzgebers das Argument der ‚Zusätzlichkeit‘: Neue Flächen, die mit dem Ziel einer Umnutzung zur Aufforstung neu erschlossen werden, obliegen nicht der oben genannten Doppelzählung.

 

Es ist möglich, diese Flächen in neue Wald- und Forstflächen umzunutzen und es  werden dafür Zertifikate auf dem sogenannten freiwilligen Markt vergeben. Diese Zertifikate obliegen Auditierungen und entsprechen bestimmten Standards. In Deutschland ist der Marktführer der ‚Goldstandard‘, daneben gibt es weitere Zertifizierungen.

 

Da gemäß dem aktuellen deutschen Waldgutachten Schädigungen des deutschen Waldes durch Devastierungen und Kalamitäten mit circa 30 % dokumentiert sind, stellt sich allerdings die Frage, ob diese Doppelzählung, die zur Verhinderung der Vergabe von CO2-Zertifizierung im regulierten Markt geführt hat, sich tatsächlich dauerhaft in begründeter Weise aufrechterhalten lässt.

 
 

Die gesellschaftliche Bedeutung des Waldes im Spiegel der Zeiten

- Gedanken zum Wald -
ein Gastbeitrag von Dr. Marianne Titze

O Täler weit, o Höhen

O schöner grüner Wald;

Du meiner Lust und Wehen

Andächt’ger Aufenthalt.

Da draußen stets betrogen,

saust die geschäft’ge Welt;

schlag noch einmal den Bogen

um mich, du grünes Zelt.

 

In dem berühmten Gedicht von Eichendorf wird schon der negative Einfluss des städtischen Lebens im Gegensatz zur Natur angesprochen.

Inzwischen ist wissenschaftlich nachgewiesen, dass der Aufenthalt im Wald Auswirkungen auf den Körper hat: Herzfrequenz und Blutdruck sinken. In einer japanischen Studie wurde die immunologische Stimulation durch Botenstoffe im Wald erforscht. Nachgewiesen ist auch der positive Effekt, wenn Kinder beim Spielen Kontakt mit Erde haben: Sie bekommen weniger Krankheiten und Allergien, ihre Kreativität wird nachweislich gesteigert.

 

Zu Beginn der Aufzeichnungen über Germania Magna schrieb aber Plinius:

„Die Wälder bedecken das ganze Germanien und verbinden die Kälte mit der Dunkelheit.“

 

Damals war das Land zu 80% bewaldet. Nach der verlustreichen Schlacht gegen die Römer im Teutoburger Wald begann die Erstarkung Germaniens und die Lösung der Abhängigkeit von Rom mit erster Nutzung des Holzes für Siedlungsbau und für die Errichtung des Limes zur Grenzsicherung.

 

Im Mittelalter begannen dann große Rodungen für Siedlungen und Landwirtschaft. Es entstanden Regeln der Waldnutzung, große Gebiete gingen in den Besitz von Königen, Fürsten und Kirche über.

 

Um 1250 war der Bestand auf den heutigen Anteil von 30 % gesunken.

 

Da der Wald auch landwirtschaftlich genutzt wurde – Vieh wurde zum Fressen in den Wald getrieben, das herabfallende Laub diente als Spreu – wurden dem Wald Nährstoffe entzogen. Auf den entstandenen Rohböden konnten sich die Baumarten nicht mehr verjüngen.

Zwischen 1750 und 1850 war der Wald großflächig zerstört. 

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts setzte dann eine massive Aufforstungswelle ein.

Die Nutzung des Rohstoffes Holz – Köhlerhütten zur Erzeugung von Holzkohle; Eichenrinde zum Gerben von Leder u.a. – und die Jagd dominierten lange das Interesse des Menschen am Wald.

In der Romantik wurde der Wald als Sehnsuchtsort überhöht und zum nationalen Symbol stilisiert.

Joseph von Eichendorf beschwor immer wieder den rauschenden Wald als Versuch, die Trennungs-Erfahrung des Menschen von der Natur ästhetisch wieder als Einheit herzustellen. – Dichte Wälder waren auch in Märchen der Gebrüder Grimm bevorzugte Orte.

Carl Maria von Weber beschwor in seinen Opern den Wald als Ort des Schreckens, aber auch der Frömmigkeit und Erlösung.

 

Die im 19. Jahrhundert einsetzende Bewegung der Naturfreunde, Wandervögel, Wandervereine sowie beginnende völkische Bewegungen sahen in den Wäldern ein wichtiges Element deutscher Kulturlandschaften.

 

Heute zeigt sich das Kulturgut Wald in Diskussionen über Waldsterben, Waldfriedhöfen, Waldpädagogik und Waldkindergarten in allen Bereichen der Gesellschaft.

Es entstanden Nationalparks (Bayrischer Wald, Harz, Spreewald, Schorfheide); nach Erschließung von Fernwanderwegen und Wanderhütten, wurden Wälder und Parks für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht (nach Berliner Tiergarten, Englischer Garten in München, Gruga Park Essen).

Damit haben Wälder und Parks heute eine ganz wichtige Bedeutung für die Menschen und spielen im Leben jedes einzelnen eine große Rolle in seiner Freizeitgestaltung und damit auch in seiner Gesunderhaltung.

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Welche Bedeutung hat Mitigation für den Klimawandel?

In der Klimapolitik meint Mitigation prinzipiell die Reduzierung des Treibhausgasausstoßes, um den globalen Anstieg der Temperaturen zu begrenzen. Momentan gilt das Ziel, die Erwärmung der Erde auf maximal 1,5 Grad Celsius zu begrenzen. Die wichtigste Maßnahme ist der Ausstieg aus der Verbrennung fossiler Rohstoffe für die Energieerzeugung und der Umstieg auf alternative Energieträger wie Wind- oder Wasserkraft. Zudem muss idealerweise der Atmosphäre klimaschädliches CO2 entzogen werden. Ein wichtiger Faktor wäre die Aufforstung der Wälder, da Pflanzen Kohlendioxid binden. Auch Böden gelten als wichtige Kohlenstoffspeicher, entsprechend müssen Maßnahmen zum Schutz von Mooren und Permafrostböden ergriffen werden. Es können aber theoretisch auch technische Maßnahmen verfolgt werden, etwa das Abscheiden und unterirdische Einlagerung von CO2.